Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Itzehoe

Radweg mit Schlagloch und Baumwurzeln

Radweg mit Schlagloch und Baumwurzeln © ADFC / April Agentur

Landeshaushalt 2027: Landesregierung würgt Radverkehrsausbau im Norden ab

Der Fahrradclub ADFC Schleswig-Holstein zeigt sich verwundert, über die Ankündigung, im Haushalt 2027 die Mittel für die Umsetzung von Maßnahmen aus der Radstrategie, die für die Erreichung dieser Ziele notwendig wären, nahezu zu halbieren.

Erst in diesem Jahr haben zwei externe Gutachten der Landesregierung bei der Umsetzung der Landesradstrategie und Senkung der Unfallzahlen einen erheblichen Nachholbedarf attestiert, besonders beim Um- und Ausbau der Radinfrastruktur.

Der Fahrradclub ADFC Schleswig-Holstein zeigt sich verwundert über die Ankündigung, im Haushalt 2027 die Mittel für die Umsetzung von Maßnahmen aus der Radstrategie, die für die Erreichung dieser Ziele notwendig wären, nahezu zu halbieren.

Stephanie Meyer appelliert deshalb an Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen:„Sollten die Kürzungen so beschlossen werden, sehen wir die Erfüllung der Ziele der Radstrategie bereits jetzt in Gefahr! Nehmen Sie die Kürzungen zur Umsetzung der Radstrategie des Landes Schleswig-Holstein für das Jahr 2027 zurück!“

Landesvorsitzende Meyer beschreibt die Folgen der geplanten Kürzungen:
„Für das laufende Haushaltsjahr 2026 sind 15 Millionen für Landesradwege eingestellt. Wenn diese Mittel nun für 2027 auf gerade einmal 8 Millionen Euro nahezu halbiert werden, werden wichtige Radwege an Landesstraßen nicht gebaut. Dann bleiben größere Lücken im Landesweiten Radverkehrsnetz, sodass Radfahrende vielerorts weiter auf der Straße fahren müssen. Mit geringeren Mitteln verzögern sich dringend notwendige Sanierungen von Wurzelaufbrüchen und Schäden an bestehenden Radwegen und die Unfall- und Verletzungsgefahr bleibt hoch.“

Stephanie Meyer, Landesvorsitzende des ADFC Schleswig-Holstein, betont:
„Immer mehr Menschen wollen in Schleswig-Holstein Fahrrad fahren oder tun dies bereits. Wir begrüßen sehr, dass sich die Landesregierung mit der Landesradstrategie der Aufgabe angenommen hat und an Verbesserungen arbeitet.
Im Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr und den Kommunen arbeiten engagierte Mitarbeiter*innen, um die Mittel zu verbauen. Bauprojekte haben lange Vorlauf- und Planungszeiten. Nur wenn auch für die Zukunft Fördermittel sicher zur Verfügung stehen, werden die Baulastträger Planungen vorantreiben.“

Kürzungen der Landesförderung gefährden kommunalen Radwegebau
Auch der kommunale Radwegeausbau werde durch die angekündigten Kürzungen ausgebremst, fürchtet ADFC-Sprecherin Meyer. Die Finanzmittel für die landeseigene Förderrichtlinie „Ab aufs Rad“ zur Unterstützung von Kommunen sollen von 5 auf 3 Millionen Euro reduziert werden.
„Besonders in den Kommunen ist das Fahrrad das Verkehrsmittel der Wahl. Damit aber auch die Jüngsten auf dem Weg zu Schule oder Sportverein aufs Rad steigen, braucht es gute Radwege, sichere Kreuzungen und den Ausbau von Querungshilfen“, sagt Stephanie Meyer und stellt klar: „Für Investitionen in sichere Infrastruktur brauchen die Kommunen dringend finanzielle Förderung vom Land. Es bleibt uns unverständlich, weshalb die Landesregierung hier ihren Anteil für die engagierten Kommunen im Land weiter kürzt!“


https://itzehoe.adfc.de/pressemitteilung/landeshaushalt-2027-landesregierung-wuergt-radverkehrsausbau-im-norden-ab

Bleiben Sie in Kontakt